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Entfaltungen

- Beiträge aus dem Labor fotografischer Übungen -

Movi Ausstellungsrundgang

Hinter dem Begriff «Entfaltungen» verbirgt sich das fotografisches Bemühen des Fotografen Klaus Benhof, alltäglich Übersehenes – da es allgemein als minder-wertig gewertet wird – vom Zustand des Noch-Nicht-Differenten in ein sichtbares Feld von möglichen Bedeutungszuweisungen zu transferieren. Das fotografische Werkzug kommt dabei experimentell zum Einsatz, um das klassische reine Abbild zu überwinden und die fertigen Fotoobjekte als „Arbeitsbühne für den Betrachter„ vorzubereiten.

Auf einem weiteren Arbeitsfeld der «Entfaltungen», versucht Klaus Benhof mittels fotografischer Tableaus zeitdiagnostische Statements ins Blickfeld zu rücken.
Neben den großformatigen Tableaus werden Arbeiten aus der Serie „Eingebrannt“ und Experimente aus der Serie „Malerei mit Entwicklerflüssigkeit“ präsentiert.




Galerie
Altes Rathaus
Bergstr. 1
D-27726 Worpswede

Ausstellungsdauer: 31.10. - 29.11.2009
Öffnungszeiten:
Dienstags bis Freitags 14.00 bis 18 Uhr
Samstags und Sonntags 11.00 bis 17.00 Uhr


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Ausstellung in der Studiengalerie Busse, Worpswede 2008


Eingebrannt
- Assoziative Fotografie -

Elementare Naturkräfte zeigen uns in ihrer Auswirkung eine dynamische Vision der Welt, wie sie sich im permanenten Prozess des Entstehens und Untergangs darstellt. Diese proteisch unbestimmte Form einer anderen Welt scheint unter der Oberfläche morbider Dinge schichtweise verborgen zu sein. Im fotografisch-reflexiven Abtasten und "Durchdringen" dieser Oberfläche entwicklet sich im Dialog zwischen Formfindung und eigener Bedeutung meine künstlerische Stellungnahme, die sich im Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration bewegt.

In meinem Schaffensprozess geht es mir stets um das experimentelle Ausloten des Mediums Fotografie, um die Grenzen der ursprünglichen Bestimmung - die der reinen Abbildfunktion - zu überwinden. Dabei tritt in meinem fotografischen Arbeitsprozess das
assoziative Moment der Wahrnehmung in den Vordergrund, das, von einem Motiv ausgehend, den Prozess der bewusst konstruierenden Ausformung beeinflusst. Meist an „Unorten“ entdeckte Gebilde des Zufalls, deren Strukturen zunächst nicht eindeutig sind, beflügeln meine Fantasie und führen zu einer poetischen Verschiebung der Dinge. Es interessiert mich nicht das Abbild, nicht die detailgenaue Wiedergabe eines schönen und interessanten Motivs, sondern es geht mir um ein zu schaffendes, ein sich bei mir eingebranntes und hervorzukehrendes eigenständiges Bildobjekt, das durch den konzeptuellen fotografischen Akt von seinem Referenten weitestgehend abgekoppelt wird.

Aus dem ursprünglichen Motiv wird eine
Spur, ein Zeichen ohne Repräsentationsfunktion und ohne verborgene Botschaft. Damit tritt dem Betrachter das Bildobjekt einerseits bedeutungsneutral und abstrakt gegenüber, motiviert ihn jedoch andererseits in seinem Begehren nach Sinnstiftung. Anders ausgedrückt: Meine Fotos zeigen zunächst bedeutungsleere Gebilde, deren Verständnis nur aus einem lebendigen Austausch zwischen dem Bildobjekt und den Erfahrungs- und Empfindungsräumen des Betrachters hervorgehen kann. Damit ist auch die Ambiguität in der Rezeption, d.h. die semantische Vielschichtigkeit und widersprüchliche Bedeutung der Fotos zu erklären.

Die Wahrnehmungen sind mehr als nur Spuren: Sie bestehen in der Beziehung dieser Spuren zu dem, was diese sichtbar werden lässt (Freud). Die Spur fordert den Betrachter auf, sie als Unterschied zu anderen Zeichen zu sehen und das damit ausgelöste Spiel der Differenzen als Hervorbringung eigener verborgener Gedanken und Gefühle als Sinneffekt zu erleben. Die eingebundenen Bildobjekte zirkulieren in diesem Erschließungsprozess wie Elemente einer Sprache.


Presse




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